Habt Ihr keine richtige Aufbewahrung für Garnrollen? Liegen Eure Spulen in einer Schublade und Ihr ärgert Euch jedes Mal, wenn Ihr schnell die Spule wechseln wollt und erstmal die Fäden entknoten müsst? Wollt Ihr Eure Garnrollen immer griffbereit haben und dazu soll es auch noch ordentlich und hübsch aussehen?
Dann habe ich eine Idee für Euch: Den selbstgebastelten Garnrollenhalter! Eine Arbeit, die superschnell geht (ca. 1 Stunde) und wirklich Spaß macht. Ihr braucht kein großes handwerkliches Geschick dafür und nur wenige Werkzeuge, die jeder zu Hause hat.

Die Anleitung ist ziemlich ausführlich geworden. Trotzdem sind die Bilder selbsterklärend und die Ungeduldigen unter Euch können einfach den Text überlesen und die Bilder nacheinander abarbeiten.
Folgendes Material benötigt Ihr für Euren Garnrollenhalter:

- Ein Brett. Das bekommt Ihr entweder im Baumarkt oder Ihr findet ein altes im Keller. Es muss nicht das schönste sein, denn am Ende wird man sowieso nichts mehr davon sehen. Ich habe im Baumarkt eins in der Größe 240 * 14 cm gekauft und mit einer Stichsäge in zwei Hälften geteilt, weil ich zwei Halter brauche. Kosten: ca. 7 Euro
- Schaumstoff. Auch den bekommt Ihr im Baumarkt, meist in quadratischer Form. Ich habe für meine beiden Bretter insegsamt drei Schaumstoffplatten zu jeweils 40 * 40 cm gekauft (2 cm dick). Kosten: ca. 8 Euro
- Ein Reststück Stoff. Zum Bespannen muss der Stoff auf jeder Seite des Brettes (auch an den kurzen!) ca. 6 cm überstehen und sollte nicht zu dünn sein.
- Nägel. Die findet Ihr – dreimal dürft Ihr raten – natürlich auch im Baumarkt oder im Keller. Die Nägel können auch unterschiedlich lang sein oder verschieden große Köpfe haben. Achtet bei der Auswahl darauf, dass Eure Garnrollen oder Unterfadenspulen auf die Nägel passen und diese auch lang genug sind.. Am besten kauft Ihr die Nägel nach Gewicht, so sind sie am billigsten. Kosten: ca. 2 Euro
- 2 Schrauben und 2 Unterlegscheiben zum Befestigen an der Wand. Achtet darauf, dass auch die Schrauben lang genug sind, damit sie durch das Brett und anschließend noch in die Wand passen. Kosten: ca. 1 Euro
- Ein Tacker oder Dachpappennägel. Damit wird der Stoff aufs Brett gespannt. Den gibt es im Baumarkt zu kaufen und ist meiner Ansicht nach eine lohnende Investition, die man immer wieder mal benötigt. Wer keinen Tacker besitzt, kann stattdessen auch kleine Dachpappennägel verwenden, die man – tadaaa – auch im Baumarkt bekommt. Kosten für einen guten Tacker inkl. Heftklammern: ca. 25 Euro, 50 Dachpappennägel kosten ca. 50 Cent.
- Etwas Klebstoff. Am besten Pattex oder Ähnliches, um den Schaumstoff am Brett zu fixieren. Erleichert die Arbeit, muss aber nicht sein.
- Werkzeug. Hammer, Schraubenzieher oder Akkuschrauber, Bohrmaschine und einen kleinen Handbohrer.
So, wenn Ihr das alles beieinander habt, seid Ihr höchstens 20 Euro los (den Tacker jetzt mal ausgenommen) und der Spaß kann beginnen.
Schaumstoff zurecht schneiden und auf dem Brett fixieren.
Den Schaumstoff gibt es eher nicht in der Größe zu kaufen, die perfekt zu Eurem Brett passt. Aber was nicht passt, wird passend gemacht, also schneidet Ihr den Schaumstoff einfach in mehrere Stücke, die dann zusammen gelegt das Brett komplett abdecken. Das könnt Ihr entweder mit einer stinknormalen Schere oder mit einem Cutter machen, muss nicht schön aussehen, sieht man am Ende sowieso nicht mehr. Der Schaumstoff kann gerne auch etwas über das Brett hinaus ragen, dann sind am Ende die Kanten mehr gepolstert. Muss aber nicht sein.
Bevor Ihr den Schaumstoff endgültig auf das Bett legt, verteilt vorher großflächig den Klebstoff auf dem Brett, drückt den Schaumstoff kurz fest an das Brett und lasst die Konstruktion ein paar Minuten trocknen. So kann der Schaumstoff später beim Rumhantieren mit dem Stoff nicht so leicht verrutschen.


Das Brett mit Stoff bespannen.
Wenn Ihr so gerne bügelt wie ich, legt Ihr den Stoff einfach mit der rechten Seite nach unten auf den Boden. Ansonsten nehmt Euch die Zeit und bügelt davor noch mal schnell drüber. Anschließend legt Ihr das Brett mit dem Schaumstoff auf der Unterseite genau mittig auf den Stoff.

Jetzt kann’s losgehen, der spaßigste Teil beginnt: TACKERN! Dazu legt Ihr den Stoff um die Kante herum auf die Rückseite des Bretts (die jetzt ja oben liegt) und haut die Heftklammern rein. Ihr tacktert Euch nun eine komplette Längsseite entlang.

Dabei sollten die Heftklammern einen Abstand von ca. 4 cm haben.

Wenn Ihr mit der ersten Längsseite fertig seid, geht es auf der gegenüberliegenden Seite weiter.

Das war’s dann auch schon wieder mit dem spaßigen Teil, denn jetzt kommen die Ecken dran. Ich habe für die erste Ecke eine gefühlte Ewigkeit gebraucht.

Aber wenn man den Kniff einmal raus hat und auch dann und wann schon einmal ein Geschenk eingepackt hat, fällt es leicht. Wenn Ihr es geschafft habt, gut festhalten und schnell tackern! Das macht Ihr insgesamt 4 Mal, bis das Brett komplett von Stoff umspannt ist. Das Ergebnis sieht dann in etwa folgendermaßen aus:

Natürlich könnt Ihr die gleichen Arbeitsschritte auch mit einem Hammer und Polsternägeln durchführen. Mit einem Tacker geht es allerdings wesentlich schneller.
Jetzt habt Ihr Euer Brett mit Stoff bespannt und es kommt ein weiterer spaßiger Teil: HÄMMERN!
Nägel für die Garnrollen einschlagen.
Dreht das Brett wieder auf seine Rückseite, sodass die Stoffseite oben liegt. Wenn Ihr genauso geduldig seid wie ich, schlagt die Nägel einfach im Abstand pi mal Daumen ins Brett. Ansonsten messt Ihr vorher die Abstände ab und markiert sie mit Schneiderkreide oder einem dünnen Textilstift.


Da ich nicht allzu viele Garnrollen besitze, habe ich einen Abstand von 10 cm zwischen den Nägeln gewählt und zwei Reihen veranschlagt. Das ist allerdings ein sehr großzügiges Maß. Wer viele Garnrollen hat, kann die Nägel natürlich auch enger oder vesetzt zueinander anordnern. Schlagt die Nägel in einem leicht spitzen Winkel ein, damit die Garnrollen nachher nicht so leicht von ihrer Halterung rutschen. Ich habe für mein Brett verschieden große Nägel verwendet, damit auch die Unterfadenspulen Platz finden.

Das Brett an die Wand schrauben.
Damit Ihr das Brett auch an der Wand befestigen könnt, müsst Ihr noch links und rechts zwei Schrauben anbringen. Am besten bohrt Ihr vorher mit einem kleinen Handbohrer die Löcher vor, dann habt Ihr es später leichter. Benutzt unbedingt die Unterlegscheibe, sonst zieht sich die Schraube durch den Stoff und den Schaumstoff, das sähe dann ziemlich hässlich aus.

Zum Anbringen an die Wand dreht beide die Schrauben soweit rein, dass sie hinten ein Stück wieder raus gucken. Dann haltet Ihr das Brett an die Stelle, an der Ihr es haben wollt. Achtet darauf, dass es gerade ist. Wenn Ihr die richtige Position gefunden habt, drückt Ihr das Brett ganz fest gegen die Wand. Die beiden Schrauben haben jetzt jeweils eine Markierung hinterlassen, an der Ihr den Bohrer ansetzen könnt. Bohren, Dübel rein, Brett anschrauben.
FÄDDISCH !

Jetzt kommt das Tollste: Das Bestücken! Achja, Ihr könnt den Halter z.B. auch als Nadelkissen benutzen oder Scheren an die Nägel hängen.


Ach ja, eine Sache habe ich noch vergessen:

Viel Spaß beim Basteln! Euer Fräulein Dorfdisko